VOM WELPEN ZUM HUND

Das Gehirn wie auch die Nervenbahnen sind bei Geburt angelegt, jedoch noch nicht zu 100% funktionstüchtig. Je mehr ein Welpe erlebt, desto mehr Hirnverbindungen werden gebildet, auf die der Hund später in einer ähnlichen Situation jederzeit zurückgreifen kann die Nervenleitungen vom Gehirn in entferntere Körperteile werden erst nach der Geburt fertig „isoliert“ (myelinisiert). Das erklärt auch, warum Welpen zuerst ihre Vorderbeine und erst später ihre Hinterbeine kontrollieren können.

Die neonatale Phase vom 1. bis zum 14. Tag: Obwohl die Welpen in dieser Phase blind und taub sind, können sie schon etwas riechen und schmecken. Sie kuscheln aneinander, um sich gegenseitig warm zu halten. Die Kleinen zeigen die für dieses Alter typische Pendelbewegung mit dem Kopf, die ihnen hilft, die Zitze zu finden.

 Die Übergangsphase - 3. Woche: Sobald die Welpen zu laufen beginnen ist es Zeit einen kleinen aber abwechslungsreichen Welpenauslauf an einem möglichst zentralen Ort im Haus aufzustellen. Die Hündin möchte wieder mehr am Familienleben teilnehmen, und so gewöhnen sich die Welpen ganz automatisch an die alltäglichen Geräusche und Gerüche.

 Die Sozialisationsphase: 4. bis 5. Woche = Primäre Sozialisation, die extrem wichtige Zeit des angstfreien Lernens! Diese Lebensphase wird als die wichtigste punkto Lernen und Entwicklung angesehen. Hier wird die Basis für das spätere Verhalten angelegt. Je mehr der Welpe während dieser Zeit kennen lernen darf, desto sicherer und gelassener wird später sein „Grundverhalten“ sein. Wenn ein Welpe in dieser Zeit reizarm und isoliert aufwächst, dann fehlt diesem Hund das „Urvertrauen“; Verhaltensprobleme sind vorprogrammiert, weil ängstliche Hunde schneller in die Aggression kippen

 

6. Bis 12. Woche - Sekundäre Sozialisation Auch in dieser Phase sollen die Welpen möglichst viele erleben. Je reichhaltigere und positivere Erfahrungen, desto besser wird das Gehirn des Welpen vernetzt und dank diesem „Urvertrauen“ wird er später weniger Stress in neuen (bedrohlichen) Situationen haben. Es ist jedoch enorm wichtig, diese Erlebnisse kurz zu halten und immer positiv zu gestalten. Zeigt sich ein Welpe beeindruckt, dann tragen wir ihn 5 Minuten durch den Bahnhof (das reicht). Das Ziel ist, dass der Welpe diese gute Erfahrung im Hirn speichert.

 13. bis 16 Woche, Rangordnungsphase: Lösung von Eltern- und Heimbindung im Freileben. Weiteres Umherstreifen, Lausbubenalter. Austragung der Rangordnung untereinander. Jetzt muß die Vorherrschaft des Menschen als Rudelführer durchgesetzt werden. Übergang vom Spiel zum disziplinierten Verhalten. Täglich 15 Minuten - kleine Gehorsamkeitsübungen langsam aufbauen.

Rangordnungsspiele: Kira, Rea  und Gimuk   Rangordnungsspiele: India und Willow

 5. bis 6. Monat, Vorpubertätsphase: Neigung zur Selbständigkeit, oft Erziehungsschwierigkeiten. Bildung fester Partnerbindungen.

16 Wochen alt

 7. bis ca. 12. Monat, Pubertätsphase Dauer ist rasseabhängig; mit erster Läufigkeit der Hündin ist die Phase abgeschlossen (Ausnahme bestätigen die Regel!!) Beinheben beim Rüden (kann beim Malamute früher erfolgen). Deckfähigkeit setzt ein.

 

 Text Eva Holderegger Walser und Eberhard Trummler